Optische Messtechnik einfach erklärt

Was ist ein Photometer?

Ein Photometer ist ein optisches Messgerät, das die Intensität von Licht erfasst. Es untersucht, wie stark eine Probe Licht durchlässt, absorbiert oder reflektiert.

Transmissionsphotometer messen das Licht hinter der Probe. Reflexionsphotometer erfassen das von einer Oberfläche zurückgeworfene Licht.

Optischer Messweg Messung aktiv
Lichtquelle Probe Transmission Reflexion
I₀ Einfallendes Licht
I Durchgelassenes Licht
IR Reflektiertes Licht
Studyflix-Lernvideo

Photometrie im Video erklärt

Das Studyflix-Lernvideo erklärt das photometrische Messprinzip, den Aufbau eines Photometers, das Lambert-Beersche Gesetz und die Bestimmung von Stoffkonzentrationen.

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Definition

Was misst ein Photometer?

Ein Photometer vergleicht die Intensität des ausgesendeten Lichts mit der Lichtintensität, die nach der Wechselwirkung mit einer Probe am Detektor ankommt.

Licht wird zur messbaren Information

Trifft Licht auf eine Probe, kann es hindurchtreten, absorbiert, gestreut oder reflektiert werden. Aus der Veränderung der Lichtintensität berechnet das Photometer einen Messwert.

Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Konzentrationen, Wassergehalte, Farbintensitäten, Oberflächeneigenschaften, Schichtdicken und Bestandteile eines Stoffgemischs bestimmen.

Je nach Messaufgabe sind Messungen im ppm-, vpm- oder Prozentbereich möglich. Der erreichbare Messbereich hängt unter anderem von der Wellenlänge, der Schichtdicke und den optischen Eigenschaften der Probe ab.

Lichtquelle

Erzeugt Licht im ultravioletten, sichtbaren, nahinfraroten oder infraroten Bereich.

Filter oder Monochromator

Wählt eine Messwellenlänge und häufig zusätzlich eine Vergleichswellenlänge aus.

Probe oder Messmedium

Beispielsweise Flüssigkeit, Gas, Pulver, Granulat, Folie, Papier oder eine feste Oberfläche.

Detektor und Auswertung

Der Detektor wandelt die Lichtintensität in ein elektrisches Signal um, das anschließend digital ausgewertet wird.

Physikalische Grundlage

Das Lambert-Beersche Gesetz

Die quantitative Transmissionsphotometrie basiert häufig auf dem Lambert-Beerschen Gesetz. Es beschreibt den Zusammenhang zwischen Lichtabsorption, Konzentration und optischer Schichtdicke.

Je mehr Teilchen, desto weniger Licht

Befinden sich mehr absorbierende Teilchen in der Probe oder wird der Lichtweg durch die Probe länger, nimmt die gemessene Lichtintensität ab.

A = ε · c · d
A = −log10(T)
T = I / I₀
A Absorbanz beziehungsweise Extinktion
ε Stoffabhängiger molarer Extinktionskoeffizient
c Konzentration des absorbierenden Stoffes
d Optische Schichtdicke beziehungsweise Weglänge des Lichts
I₀ Intensität des einfallenden Lichts
I Intensität des durchgelassenen Lichts
Wichtig: Das klassische Lambert-Beersche Gesetz gilt insbesondere für homogene, ausreichend verdünnte Lösungen und möglichst monochromatisches Licht. Starke Streuung, chemische Wechselwirkungen und sehr hohe Konzentrationen können Abweichungen verursachen.

Bei Reflexionsmessungen wird der Zusammenhang zwischen Reflexionssignal und Stoffgehalt normalerweise über Probemessungen und eine anwendungsspezifische Kalibrierkurve bestimmt.

Interaktive Simulation

Verändern Sie Konzentration und Schichtdicke. Die Simulation zeigt schematisch, wie sich Absorbanz und Transmission verändern.

0,63 Absorbanz A
23,4 % Transmission T
76,6 % Lichtabschwächung

Die Simulation dient zur Veranschaulichung und ersetzt keine reale Kalibrierung.

Messprinzip

So funktioniert eine photometrische Messung

Das grundlegende Messprinzip ist bei Labor- und Prozessphotometern vergleichbar.

1

Licht erzeugen

Eine geeignete Lichtquelle erzeugt das benötigte Messlicht.

2

Wellenlänge wählen

Filter wählen die Mess- und Vergleichswellenlänge aus.

3

Probe beleuchten

Das Licht durchläuft die Probe oder trifft auf ihre Oberfläche.

4

Licht erfassen

Der Detektor misst das transmittierte oder reflektierte Licht.

5

Messwert berechnen

Das Auswertegerät berechnet beispielsweise Konzentration, Feuchte, Farbe oder Schichtdicke.

Animiertes Filterrad mit Mess- und Vergleichsfiltern
Zwei-Wellenlängen-Verfahren

Mess- und Vergleichswellenlänge

Industrielle Photometer verwenden häufig mindestens zwei Interferenzfilter. Ein Filter bestimmt die Messwellenlänge, der zweite Filter die Vergleichswellenlänge.

Das Filterrad dreht sich und filtert abwechselnd Licht der beiden Wellenlängen aus dem Lichtstrahl. Anschließend werden die beiden Detektorsignale miteinander verglichen.

  • Bei der Messwellenlänge soll die gesuchte Komponente möglichst stark absorbieren oder ihr Reflexionsverhalten deutlich verändern.
  • Bei der Vergleichswellenlänge soll die Komponente möglichst wenig absorbieren oder reflektieren.
  • Das Verhältnis der beiden Signale ist ein Maß für den zu bestimmenden Stoff.
  • Gleichmäßige Einflüsse auf beide Wellenlängen können teilweise kompensiert werden.
  • Lampenalterung, Detektordrift, normale Küvettenverschmutzung oder Fremdlicht beeinflussen die Messung dadurch häufig weniger.
Messverfahren vergleichen

Transmission oder Reflexion?

Der wichtigste Unterschied liegt darin, wo der Detektor positioniert ist und ob das Licht die Probe durchdringen kann.

Durchlichtmessung

Transmissionsphotometer

Bei der Transmissionsmessung wird Licht durch eine Probe geschickt. Der Detektor befindet sich hinter der Probe und misst die verbleibende Lichtintensität.

  • Geeignet für transparente oder teilweise transparente Proben
  • Typisch für Flüssigkeiten und Gase
  • Messung von Konzentration, Wassergehalt, Farbe und organischen Bestandteilen
  • Quantitative Auswertung häufig nach dem Lambert-Beerschen Gesetz
  • Einzelmessungen und kontinuierliche Prozessmessungen möglich
T = I / I₀ × 100 %
T = Transmission, I₀ = einfallende Intensität, I = durchgelassene Intensität
Lichtquelle Probe Detektor
Auflichtmessung

Reflexionsphotometer

Bei der Reflexionsmessung trifft Licht auf die Oberfläche einer Probe. Der Detektor erfasst das zurückgeworfene Licht.

  • Geeignet für feste, undurchsichtige oder stark streuende Proben
  • Ideal für Pulver, Granulate, Fasern, Papier, Folien und Beschichtungen
  • Messung von Feuchte, Farbintensität, Weißgrad und Komponentenanteilen
  • Kontinuierliche Messung über einem Förderband möglich
  • Auswertung über anwendungsspezifische Kalibrierkurven
R = IR / I₀ × 100 %
R = Reflexionsgrad, I₀ = einfallende Intensität, IR = reflektierte Intensität
Lichtquelle Detektor Undurchsichtige Oberfläche
Wellenlängenbereiche

UV, VIS, NIR und IR

Unterschiedliche Stoffe absorbieren oder reflektieren Licht bei unterschiedlichen Wellenlängen. Deshalb wird der Spektralbereich an die Messaufgabe angepasst.

Transmissionsphotometer

Typischer Messbereich: 200 bis 4700 nm

UV 200–400 nm
VIS 400–700 nm
NIR 700–2500 nm
IR 2500–4700 nm

Reflexionsphotometer

Typischer Messbereich: 400 bis 4700 nm

VIS 400–700 nm
NIR 700–2500 nm
IR 2500–4700 nm
Für genaue Messwerte

Warum ist eine Kalibrierung erforderlich?

Jede Anwendung ist unterschiedlich

Unterschiedliche Messmedien besitzen unterschiedliche Spektralkurven. Deshalb lässt sich ein Photometer nicht allein anhand allgemeiner Tabellen für jede Anwendung absolut einstellen.

Für präzise quantitative Ergebnisse sind Probemessungen mit bekannten Stoffkonzentrationen oder Referenzmaterialien erforderlich.

  1. Geeignete Messwellenlänge bestimmen
  2. Vergleichswellenlänge festlegen
  3. Referenzproben vermessen
  4. Kalibrierkurve erstellen
  5. Kalibrierung regelmäßig kontrollieren

Was beeinflusst den Messbereich?

Der mögliche Messbereich und die erreichbare Genauigkeit hängen von mehreren Faktoren ab.

  • Küvetten-Schichtdicke bei der Transmissionsmessung
  • Reflexionseigenschaften der Oberfläche
  • Ausgewählte Mess- und Vergleichswellenlänge
  • Homogenität und Zusammensetzung des Messmediums
  • Temperatur und Druck, insbesondere bei Gasmessungen
  • Ausreichende Lichtmenge am Detektor

Wird die Transmission oder Reflexion zu gering, erreicht zu wenig nutzbares Licht den Detektor. In diesem Fall kann die Messgenauigkeit deutlich abnehmen.

Lichtsignal / Reflexion
Wellenlänge in nm
1450 nm
1940 nm
Anwendungsbeispiel

Photometrische Wasserbestimmung

Wasser besitzt im nahen Infrarotbereich charakteristische Absorptionsbanden. Dadurch kann der Wasser- oder Feuchtegehalt in zahlreichen Stoffen photometrisch bestimmt werden.

Starke Wasserbande bei 1940 nm

Diese Wellenlänge reagiert besonders empfindlich auf Wasser und eignet sich zur Messung relativ kleiner Feuchteanteile.

Wasserbande bei 1450 nm

Die schwächere Bande kann für mittlere Wasseranteile verwendet werden.

Vergleichswellenlänge außerhalb der Bande

Die Vergleichswellenlänge wird so gewählt, dass Wasser dort möglichst wenig Einfluss auf das Messsignal hat.

Typische Einsatzgebiete

Was kann photometrisch gemessen werden?

Transmissionsmessungen

Vor allem für Flüssigkeiten, Lösungen und Gase.

  • Anteil einzelner Komponenten in Flüssigkeiten oder Gasen
  • Wasserbestimmung in unterschiedlichen Stoffen
  • Intensität von Färbungen in Lösungen
  • Erkennen von Farbumschlägen bei chemischen Reaktionen
  • Erkennen von Rot-, Blau- oder Gelbstichen
  • Messung organischer Stoffreste im Ultraviolettbereich
  • Labor-, Stichproben- und kontinuierliche Prozessmessungen

Reflexionsmessungen

Vor allem für feste, streuende oder undurchsichtige Materialien.

  • Feuchtemessung in Pulvern, Granulaten und Fasern
  • Dickenmessung von Folien und Filmen
  • Komponentenbestimmung in Stoffgemengen
  • Weißgrad- und Farbbestimmung
  • Dickenbestimmung von Beschichtungen
  • Messung an Lebensmitteln, Futtermitteln, Textilien und Papier
  • Kontinuierliche Messung über Förderbändern
Prozessmesstechnik

Aufbau industrieller Photometersysteme

Industrielle Systeme bestehen häufig aus einem Messkopf, einem Auswertegerät und den erforderlichen Verbindungen zur Prozesssteuerung.

01

Messkopf

Enthält Lichtquelle, optische Komponenten und Detektor. Der Messkopf wird direkt am Prozess oder über der Probe montiert.

02

Auswertegerät

Verarbeitet die Detektorsignale, berechnet den Messwert und stellt Messkurven, Grenzwerte und Diagnosedaten dar.

03

Kompensation

Zusätzliche Temperatur- und Drucksensoren können Messwertänderungen kompensieren, insbesondere bei Gasmessungen.

04

Prozessanbindung

Messwerte können über analoge Ausgänge, digitale Signale, USB, Ethernet oder industrielle Kommunikationssysteme übertragen werden.

Schnelle Messung und direkte Prozessregelung

Photometer liefern Messergebnisse bei Einzelmessungen häufig innerhalb weniger Sekunden. Bei kontinuierlichen Messungen können Messwerte in Sekundenbruchteilen aktualisiert werden. Dadurch ist nicht nur eine schnelle Anzeige möglich, sondern auch die direkte Regelung automatisierter Produktionsprozesse.

Je nach Anlage können Messwerte in Echtzeit aufgezeichnet, als Kurve dargestellt, archiviert und zur Qualitätskontrolle oder Prozesssteuerung verwendet werden.

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Häufige Fragen zu Photometern

Die wichtigsten Fragen zu Transmissionsphotometern, Reflexionsphotometern, Wellenlängen, Kalibrierung und industriellen Anwendungen.

Was ist ein Photometer?
Ein Photometer ist ein optisches Messgerät, das die Intensität von Licht vor und nach der Wechselwirkung mit einer Probe erfasst. Aus der Veränderung des Lichtsignals können beispielsweise Konzentrationen, Wassergehalte, Farbwerte, Schichtdicken oder Bestandteile eines Stoffgemischs bestimmt werden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Transmissions- und einem Reflexionsphotometer?
Bei einem Transmissionsphotometer durchläuft das Licht die Probe. Der Detektor befindet sich hinter der Probe und misst das durchgelassene Licht. Bei einem Reflexionsphotometer trifft das Licht auf eine Oberfläche. Der Detektor misst das von der Probe zurückgeworfene Licht.
Auf welchem Gesetz basiert die Photometrie?
Für die quantitative Absorptions- und Transmissionsphotometrie ist das Lambert-Beersche Gesetz eine zentrale Grundlage. Es beschreibt den Zusammenhang zwischen Absorbanz, Stoffkonzentration und optischer Schichtdicke: A = ε · c · d.
Gilt das Lambert-Beersche Gesetz auch für Reflexionsphotometer?
Nicht direkt in derselben Form. Bei festen, körnigen oder streuenden Materialien ist die Lichtausbreitung komplexer. Der Zusammenhang zwischen Reflexionssignal und Messwert wird deshalb meist durch Probemessungen und eine anwendungsspezifische Kalibrierkurve bestimmt.
Welche Größen können mit einem Photometer gemessen werden?
Abhängig von Messverfahren und Kalibrierung können Stoffkonzentrationen, Wasser- und Feuchtegehalte, Farbintensitäten, Farbumschläge, Weißgrade, Beschichtungsdicken, Foliendicken und Anteile einzelner Komponenten in Stoffgemischen bestimmt werden.
In welchen Konzentrationsbereichen sind Messungen möglich?
Je nach Anwendung, Messmedium, Wellenlänge und Schichtdicke sind Messungen im ppm-, vpm- und Prozentbereich möglich. Der genaue Messbereich muss für die jeweilige Anwendung ausgelegt und kalibriert werden.
Welche Wellenlängen nutzt ein Transmissionsphotometer?
Transmissionsphotometer können je nach Geräteausführung einen Bereich von ungefähr 200 bis 4700 nm abdecken: Ultraviolett von 200 bis 400 nm, sichtbares Licht von 400 bis 700 nm, nahes Infrarot von 700 bis 2500 nm und Infrarot von 2500 bis 4700 nm.
Welche Wellenlängen nutzt ein Reflexionsphotometer?
Reflexionsphotometer arbeiten typischerweise in einem Bereich von ungefähr 400 bis 4700 nm. Dazu gehören der sichtbare Bereich, das nahe Infrarot und der Infrarotbereich.
Warum werden unterschiedliche Wellenlängen verwendet?
Unterschiedliche Stoffe absorbieren oder reflektieren Licht bei unterschiedlichen Wellenlängen. Für eine bestimmte Messaufgabe wird deshalb eine Wellenlänge gewählt, bei der die gesuchte Komponente eine möglichst deutliche optische Veränderung verursacht.
Was ist eine Messwellenlänge?
Die Messwellenlänge ist die Wellenlänge, bei der die zu bestimmende Komponente möglichst stark absorbiert oder ihr Reflexionsverhalten besonders deutlich verändert.
Was ist eine Vergleichswellenlänge?
Die Vergleichswellenlänge wird so ausgewählt, dass die gesuchte Komponente dort möglichst wenig absorbiert oder reflektiert. Das Verhältnis aus Mess- und Vergleichssignal verbessert die Stabilität der Messung.
Welche Funktion hat das Filterrad im Photometer?
Das Filterrad ist üblicherweise mit mindestens zwei Interferenzfiltern ausgestattet. Durch seine Rotation werden abwechselnd die Messwellenlänge und die Vergleichswellenlänge aus dem Lichtstrahl ausgewählt.
Welche Vorteile hat das Zwei-Wellenlängen-Verfahren?
Einflüsse, die sich ähnlich auf die Mess- und Vergleichswellenlänge auswirken, können teilweise kompensiert werden. Dazu gehören beispielsweise die Alterung der Lichtquelle und des Detektors, normale Küvettenverschmutzung sowie bestimmte Fremdlichteinflüsse.
Warum muss ein Photometer kalibriert werden?
Unterschiedliche Messmedien besitzen unterschiedliche Spektralkurven und optische Eigenschaften. Erst durch Referenzproben mit bekannten Messwerten wird der Zusammenhang zwischen optischem Signal und dem gesuchten Stoffgehalt bestimmt.
Wie wird ein Photometer kalibriert?
Zuerst werden geeignete Mess- und Vergleichswellenlängen ausgewählt. Danach werden Proben mit bekannten Konzentrationen, Feuchtewerten oder Materialeigenschaften gemessen. Daraus wird eine Kalibrierkurve oder ein Auswertealgorithmus erstellt.
Welche Faktoren bestimmen den möglichen Messbereich?
Bei einer Transmissionsmessung sind insbesondere die Küvetten-Schichtdicke, die Lichtabsorption und die ausgewählten Wellenlängen wichtig. Bei einer Reflexionsmessung spielen die Reflexionseigenschaften, Oberflächenstruktur, Farbe, Homogenität und Zusammensetzung des Materials eine Rolle.
Was geschieht, wenn zu wenig Licht am Detektor ankommt?
Unterschreitet der Transmissions- oder Reflexionsgrad einen bestimmten Mindestwert, ist die nutzbare Lichtausbeute zu gering. Dadurch verschlechtert sich das Signal-Rausch-Verhältnis und eine zuverlässige Messung kann erschwert werden.
Für welche Anwendungen eignen sich Transmissionsphotometer?
Typische Anwendungen sind die Bestimmung einzelner Komponenten in Flüssigkeiten und Gasen, die Messung von Wassergehalten, die Kontrolle von Färbungen und Farbumschlägen sowie die Erkennung organischer Stoffreste im ultravioletten Bereich.
Für welche Anwendungen eignen sich Reflexionsphotometer?
Reflexionsphotometer werden häufig zur Feuchtemessung in Pulvern, Granulaten und Fasern eingesetzt. Weitere Anwendungen sind die Messung von Foliendicken, Beschichtungen, Komponentenanteilen, Farbintensitäten und Weißgraden.
Welche Materialien können mit Reflexionsphotometern untersucht werden?
Dazu gehören Mineralien, Baustoffe, keramische Massen, Chemikalien, Pulver, Granulate, Folien, Filme, Nahrungsmittel, Futtermittel, Filterkuchen, Fasern, Textilien und Papier.
Wie kann Wasser oder Feuchtigkeit photometrisch gemessen werden?
Wasser besitzt charakteristische Absorptionsbanden im nahen Infrarotbereich. Verändert sich der Wassergehalt, verändert sich auch das Transmissions- oder Reflexionssignal. Über eine Kalibrierung kann daraus der Wasser- oder Feuchtegehalt berechnet werden.
Welche Bedeutung hat die Wasserbande bei 1940 nm?
Bei ungefähr 1940 nm liegt eine starke Wasserbande. Das optische Signal reagiert dort besonders empfindlich auf Änderungen des Wassergehalts. Die Wellenlänge kann daher zur Messung verhältnismäßig kleiner Feuchteanteile geeignet sein.
Welche Bedeutung hat die Wasserbande bei 1450 nm?
Die Wasserbande bei ungefähr 1450 nm ist schwächer als die Bande bei 1940 nm. Sie kann deshalb für Anwendungen mit mittleren Wasseranteilen geeignet sein.
Können auch Gase mit einem Transmissionsphotometer gemessen werden?
Ja. Da Gase eine geringere Dichte als Flüssigkeiten besitzen, werden häufig größere optische Schichtlängen benötigt. Der Messwert kann zusätzlich von Druck und Temperatur abhängen.
Warum sind Druck- und Temperaturkompensationen wichtig?
Besonders bei Gasmessungen verändern Druck und Temperatur die Dichte und damit das optische Messsignal. Werden diese Größen nicht konstant gehalten, können entsprechende Sensorwerte zur Kompensation verwendet werden.
Wie schnell arbeitet ein industrielles Photometer?
Einzelmessungen können innerhalb weniger Sekunden durchgeführt werden. Bei kontinuierlichen Prozessmessungen sind Aktualisierungen in Sekundenbruchteilen möglich.
Können Photometer im Labor und im Produktionsprozess eingesetzt werden?
Ja. Photometer eignen sich für Laboranalysen, Stichproben und Reihenmessungen sowie für die kontinuierliche Überwachung automatisierter Produktionsprozesse.
Aus welchen Komponenten besteht ein industrielles Photometersystem?
Ein typisches System besteht aus einem Messkopf, einem Auswertegerät und Verbindungskabeln. Je nach Anwendung kommen Küvetten, Lichtleiter, Temperaturfühler, Drucksensoren, Kühlungen, Kalibriernormale oder Spülluftsysteme hinzu.
Welche Aufgabe übernimmt das Auswertegerät?
Das Auswertegerät verarbeitet die Signale des Messkopfs, berechnet den Messwert und kann Zusatzsignale wie Druck oder Temperatur berücksichtigen. Messwerte können angezeigt, gespeichert oder an eine Steuerung übertragen werden.
Können Photometer mit einer Prozesssteuerung verbunden werden?
Ja. Je nach Geräteausführung können analoge Messwertausgänge, digitale Ein- und Ausgänge, Relaisausgänge, USB, Ethernet oder industrielle Kommunikationsschnittstellen genutzt werden.
Welche Vorteile hat ein offener Transmissionsmesskopf?
Bei einem offenen Aufbau befindet sich die Küvette frei zwischen Lichtquelle und Empfänger. Bei einer Undichtigkeit können Flüssigkeiten oder Gase dadurch nicht ohne Weiteres in die Gerätegehäuse eindringen. Außerdem bleibt die Küvette gut zugänglich.
Sind Photometer für explosionsgefährdete Bereiche erhältlich?
Für bestimmte Anwendungen sind explosionsgeschützte Ausführungen erhältlich. Möglich sind je nach Geräteausführung Varianten für die Ex-Zonen 1 und 2 sowie unterschiedliche ATEX-Schutzkonzepte.
Warum sind Probemessungen vor der Geräteauswahl sinnvoll?
Probemessungen zeigen, ob die gewünschte Komponente bei einer geeigneten Wellenlänge eine ausreichend große Änderung des optischen Signals verursacht. Sie helfen, Messbereich, Wellenlängen, Schichtdicke, Messkopf-Ausführung und Kalibrierung festzulegen.

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